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Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
Als sie 1995 nach einer 6-monatigen “Weltreise mit dem Rucksack” wieder nach Freiburg zurückkam, fand sie eine Anstellung als Dipl. Chemikerin in der Industrie, die sie nach sechs Monaten - auf eigenen Wunsch, wie es so schön heisst - beendete. Sie selbst sagt dazu: “Ich habe mich aus freien Stücken dazu entschieden nur 6 Monate in dem Beruf zu arbeiten, den ich in 11 Semestern mühevoll erlernt habe. Ob ich noch mal Chemie studieren würde? Ob ich mich mit anderes entscheiden würde, wenn ich noch mal 19 wäre? Nein sicherlich nicht, noch heute bin ich unendlich stolz auf meine damalige Leistung. Wenn ich heute meine Diplomurkunde mit der Note “sehr gut” ansehe, weis ich wieviel ich erreichen kann, zu welcher grossen Leistung ich schon fähig war. Dies gibt mir den Mut neue Wege zu gehen. Der Wille zum Erfolg, das Durchhaltevermögen in harten Zeiten ist geblieben, nur der Fokus hat sich geändert.” 1995 folgte ein Jahr Aufenthalt in Neuseeland. Dort arbeitete sie erstmals im Tourismus und führte Gäste für “Franz Josef Glacier Guides” durch den neuseeländischen Regenwald und auf den weltberühmten Franz-Josef-Gletscher. “Wer Chemie studieren kann, der kann auch mit sehr lückenhaften Englisch-Kenntnissen in einem abgelegenen 300-Seelen Dorf am Ende der Welt leben! Die harte Schule des Lebens eben! Heute spreche ich fliessend Englisch und die Tatsache, dass die Lebensmittel ein Mal pro Woche mit dem LKW auf Bestellung geliefert werden und die Leute 200 km zum nächsten “Kentucky Fried Chicken” fahren und ihren Freunden einen längst kalten Burger auf dem Rückweg mitbringen kann mich nicht mehr schocken” . 1996 kehrte sie wieder nach Deutschland zurück und nahm zur Entspannung der angespannten Finanzsituation eine Festanstellung als Pharmareferentin an. 1998 gründete sie gemeinsam mit ihrem langjährigen Schulfreund die Firma HISTORIX-TOURS. 2002 kündigte sie Ihre Festanstellung in der Pharmaindustrie, um sich ganz der eigenen Firma zu widmen. Sie selbst sagt dazu: “Eine der besten Entscheidungen meines Lebens! Letztendlich hat sich alles zusammengefügt und jeder Teil meines Lebens hat seinen Platz gefunden. I am living a dream!!!” Seit 2005 engagiert sie sich im TIBET KAILASH HAUS, einem buddhistischen Zentrum in Freiburg. In Ergänzung zu ihrem ausgiebigem Studium des Buddhismus erlernte sie Traditionelle Tibetische Massage im Frühjahr 2008 in Dharamsala (Nordindien) bei Professor Dhondup. Homepage: www.tibetischemassage.de Historix-Tours®: Die Liebe zur Heimatstadt Freiburg, zum Tourismus, sowie der feste Glaube an eine neue Form der Stadtführungen führte am 1998 zur Gründung der Firma HISTORIX-TOURS. In
Anlehnung an die englische Tradition der „Ghostwalks“ arbeiten Hartmut Stiller und Nicola Aly seitdem konsequent an der Verschmelzung von Theater, Unterhaltung, Schauspiel und der Vermittlung von
Wissen, um die Geschichte und Geschichten in spannender und unterhaltsamer Weise darzubieten. Seit dem 3. August 1998 finden ununterbrochen täglich Erlebnis-Stadtführungen in Freiburg statt. Damit gelten sie als die Erfinder der Erlebnis-Stadtführungen in Freiburg. Sehr stolz sind sie
außerdem darauf, mit zu den ersten Unternehmen in Deutschland zu gehören, die Event-Touren und Ghost-Walks durchführten. Nach eigener Recherche waren sie auf dem Sektor Ghost-Walks deutschlandweit die Ersten! Die Geschäftsführerin selbst, Nicola Aly sagt dazu “Wenn ich mir heute die Firma HISTORIX-TOURS anschaue und alles mit den ersten Monaten im Jahr 1998 vergleiche, erfüllt
mich ein gewisser Stolz - auf mich selbst, aber noch viel mehr auf unsere ganzes HISTORIX-TOURS-TEAM. Wer einmal im strömenden Regen eine unserer Führung wohlbehalten unterm Regenschirm
mitgemacht hat und sich eineinhalb Stunden von einem triefend nassen, aber vor Elan und Ausdruckskraft strotzenden Guide “begeistern” lassen hat, weis was unser Team leistet. Ich als
Geschäftsführerin weis außerdem, dass der gleiche Guide sich nach der Tour umzieht und sich in vollem Elan wieder in den strömenden Regen begibt, um eine neue Gruppe perfekt zu unterhalten. Der
Gedanke daran was unsere Guides leisten, die zum großen Teil schon hunderte von Touren für uns durchgeführt haben, ihr unermüdlichen Willen jede einzelne Gruppe mitzureißen und eine perfekte
Performance hinzulegen, dieser Gedanke erfüllt mich selbst mit große Freude. Und diese Freude ist absolut rein und ungetrübt, da ich weiß, dass alles in unsere Firma ganz allein von uns selbst erfunden
und entwickelt wurde. Sicherlich, wir hatten Vorbilder, aber unser Selbstverständnis ist es unsere Kunden durch eigene gute Konzepte zu überzeugen und in diesem Sinne werden weiter arbeiten”.
ÜBER HISTORIX-TOURS - EIN INTERVIEW 2008 feiert HISTORIX-TOURS seinen 10. Geburtstag. Hatten Sie mit dem Erfolg gerechnet? Sicher nicht. Als wir am 3. August 1998 mit drei Touren HISTORIX-TOURS begannen, gab es im deutschsprachigen Raum so gut wie nichts Vergleichbares. Wir hatten die Idee z.T. aus England importiert, wo Ghost-Walks und Touren mit Schauspielern schon länger existieren. Sicher konnten wir diese Konzepte nicht 1:1 übernehmen, aber wir versuchten die Grundidee auf deutsche bzw. konkret auf Freiburger Verhältnisse umzugestalten. Wir hatten dafür hier vor Ort keinerlei Vorbilder. Es war ein Wagnis, das wir nur eingehen konnten, da wir damals Beide noch einen anderen Job hatten. Dass unsere Touren aber dann doch so stark einschlugen, hätten wir nicht erwartet. Zumal uns ja anfangs wie heute sehr viel Gegenwind entgegenschlug. Gegenwind von welcher Seite? Damals noch von Seiten der Stadt, die ihr „offizielles Stadtführungsunternehmen“ vor weiteren Mitbewerbern gerne schützen wollte. In den ersten Jahren durften wir z.B. nicht unsere Handzettel in der „Freiburg Information“ auslegen. Das brauchte uns einige Nachteile ein. Aber das hat sich inzwischen entscheidend geändert und inzwischen haben wir ein gutes Verhältnis zum Verkehrsamt. Woher nehmen Sie die Informationen für Ihre Touren? Böse Zungen behaupten ja ab und an, die Geschichten seien erfunden? Das ist leider ein böses Gerücht, dass nicht stimmt. Unsere Touren werden sorgfältigst recherchiert.
Unsere Informationen und Geschichten entnehmen wir sowohl der gängigen Freiburg-Literatur als auch den diversen Archiven, Bibliotheken, alten Tageszeitungen etc. Alles wird bestmöglichst auf seine
Richtigkeit überprüft. Ich als Historiker lebe darauf allergrössten wert. Mal Hand auf’s Herz: gab es z.B. das „Neunfingerle“? Selbstverständlich! Das „Neunfingerle“ (Anm. d. Red.: die Hauptfigur der Tour „Bürger, Galgen, alte Häuser“ ) war ein Mann, der in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrfach in den Quellen auftaucht. Er hies Michael Dietrich, war Sohn von Hintersassen, und zog mit anderen Jugendlichen in Bettelbanden durch die Stadt. 1739 kommt er mit dem Gesetz in den Konflikt, weil er zweimal „Unzucht“ mit seiner Schwester Anna-Maria betrieb, danach zweimal mit einem Bettelmädchen namens Anna Maria Hablizin. Für die zweite Liebesnacht suchten sie sich einen unglücklichen Ort aus: der Innenraum des Freiburger Münsters. Sie wurden – sonst wüssten wir es wohl nicht – dabei vom Stadtpfarrer erwischt und verurteilt – u.a. wurden sie mit Stadtverweis bestraft. Michael Dietrich, das „Neunfingerle“, taucht dann 1754 erneut in den Quellen auf, als er – trotz Stadtverweis – wieder in einem Freiburger Gefängnis sitzt. Er versucht sich dort das Leben zu nehmen, wird aber auch dabei erwischt und bestraft. Den Hinweis auf das „Neunfingele“ bekamen wir übrigens dankenswerterweise von einem Kunden und begannen daraufhin, den Fall weiter zu recherchieren. Und wir finden, dieser Fund hat sich gelohnt. Haben Sie Probleme damit, teilweise auch sehr düstere und blutrünstige Geschichten zu erzählen? Finden Sie manches etwas pietätlos? Sicher ist der Geschmack jedes Menschen sehr unterschiedlich und was für den einen noch o.k. ist, ist
für einen anderen bereits schon zu heftig. Meine Kollegin aus der Geschäftsleitung (Anm. d. Red.: Nicola Aly) ist Buddhistin, ich bin gläubiger Katholik und Christ – wir würden es nie bewusst wagen,
irgend etwas zu tun, was wir persönlich als pietätlos empfänden oder was irgendwelche religiösen Gefühle verletzen könnte. Darauf legen wir allergrössten Wert. In keiner unserer Touren versuchen wir
irgend jemanden – sei es der Kirche, sei es sonst wem – zu nahe zu treten. Wir erzählen, was passiert ist – sicher oft sehr anschaulich und dramatisch. Wie schätzen Sie den derzeitigen Stadtführungs-Markt in Freiburg ein? Als wir 1998 anfingen, war der Markt noch etwas überschaubarer. Inzwischen hat sich eine Vielzahl an
Stadtführungs-Unternehmen gebildet, wovon nur zwei davon in direktem Wettbewerb zu uns stehen, da sie auch Erlebnis- oder Event-Stadtführungen anbieten. Prinzipiell stehen wir zu dem Motto „Konkurrenz
belebt das Geschäft“ und es spornt ja auch tatsächlich an, immer etwas Neues zu entwickeln. Ermüdend ist es jedoch schon, wenn man allzu oft die eigenen Ideen auf den Handzetteln der direkten
Mitbewerber wieder findet. Das geschieht leider sehr oft und wir finden das völlig unkreativ und bis zu einem gewissen Maß respektlos. Wohlbemerkt: es mag legal sein. Jedoch haben wir uns von Anfang
an stets darum bemüht, irgendeiner Verwechslungsgefahr aus dem Weg zu gehen. Anfangs hatten wir z.B. einen Treffpunkt nahe der Freiburg-Information (Anm. d. Red.: damals befand sich die Freiburg
Information noch am Rotteckring). Der größte Freiburger Anbieter von Stadtführungen beklagte sich darüber und fand es unfair, dass wir uns allzu nahe an „seinem“ Treffpunkt träfen. Obwohl wir sicher
auch ein Recht hätten, unsere Touren an der „Freiburg-Information“ zu beginnen, wichen wir des lieben Friedens Willen freiwillig auf den sicher unbekannteren Treffpunkt „Am Predigertor“ aus. Diesen
mussten wir erst bekannt machen, bis er heute einer unserer Haupttreffpunkt geworden ist. Wie ordnet sich Historix-Tours in der Vielzahl der Stadtführungs-Unternehmen ein? Wir sind derzeit – soweit wir die Situation der anderen kennen – zahlenmäßig die Nummer 2 in Freiburg
(nach Freiburg-Kultour). Wir hatten 2007 ca. 23.000 Teilnehmer/innen und führten etwa 1700 Touren durch. Darunter sind ca. 700 sogenannte „offene Touren“ (täglich bei jedem Wetter und für jeden ohne
Anmeldung zugänglich) und ca. 1000 Privattouren. Rein statistisch führen wir jeden Tag etwa 5 Touren durch. Sind Ihre Guides Studenten? Nein, derzeit haben wir keinen Studenten im Team. Unsere Guides sind zum größten Teil professionelle Schauspieler, die man auch an diversen Theatern im In- und Ausland erleben kann. Darüber hinaus haben wir – neben Historikern – noch Künstler aus dem Bereich Kabarett, Clownerie und diversen anderen Richtungen im Team. Die Qualität unserer Darsteller liegt uns sehr am Herzen und wir machen uns die Auswahl sehr schwer.
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